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Der Arbeitsalltag · 5 Min. Lesezeit

Der erste Tag bei der Seniorin oder beim Senior

Stand:

Ankunft, erstes Gespräch mit der Familie, Tagesablauf und Hausregeln: So gelingt der Start im neuen Haushalt mit Ruhe und Respekt.

Der erste Tag in einem fremden Haushalt ist für alle Beteiligten neu: für Sie, für die betreute Person und für die Familie. Mit Offenheit und Respekt gelingt der Anfang meist besser, als man vorher denkt.

Die Ankunft

  • Melden Sie sich kurz bei Ihrer Familie und Ihrer Ansprechperson, sobald Sie angekommen sind.
  • Stellen Sie sich freundlich vor und nennen Sie Ihren Namen. Ein Lächeln hilft mehr als viele Worte.
  • Lassen Sie sich Ihr Zimmer und das Bad zeigen und fragen Sie, was Sie benutzen dürfen.
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Ankommen. Nicht alles muss am ersten Tag erledigt werden.

Das erste Gespräch mit der Familie

Bitten Sie um ein ruhiges Gespräch am Anfang. Notieren Sie sich wichtige Punkte, damit Sie nichts vergessen. Hilfreiche Themen sind:

  • Wie sieht ein gewöhnlicher Tag aus – von Aufstehen bis Schlafengehen?
  • Was isst und trinkt die Person gern, was lehnt sie ab?
  • Welche Gewohnheiten und Vorlieben sind ihr wichtig, zum Beispiel Musik, Fernsehen, Spaziergänge?
  • Wer aus der Familie ist wann erreichbar, und unter welcher Nummer?
  • Was sollte ich über Besuche, Termine und regelmäßige Abläufe wissen?

Fragen zu Arbeitszeiten, Pausen, Bezahlung oder Vertrag klären Sie nicht mit der Familie, sondern vorab mit Ihrer Vermittlungsagentur.

Tagesablauf und Gewohnheiten kennenlernen

Viele ältere Menschen haben feste Rituale – etwa die Tasse Kaffee zu einer bestimmten Zeit. Beobachten Sie in den ersten Tagen aufmerksam und fragen Sie nach, statt zu viel zu verändern. Das gibt der betreuten Person Sicherheit und zeigt Ihren Respekt.

Hausregeln und Privatsphäre

  • Fragen Sie nach den Hausregeln: Wie sind die Regeln für Küche, Schuhe, Rauchen, Besuch und Telefon?
  • Behandeln Sie alles, was Sie im Haushalt sehen und hören, vertraulich.
  • Öffnen Sie keine Schränke, Schubladen oder Post, ohne zu fragen.
  • Machen Sie keine Fotos der Wohnung oder der Person, ohne vorher um Erlaubnis zu bitten.
  • Klopfen Sie an, bevor Sie ein Zimmer betreten, und achten Sie auf die Würde der Person, besonders bei der Körperpflege.

Wenn Sie unsicher sind: Fragen ist erlaubt

Niemand erwartet, dass Sie am ersten Tag alles wissen. Fragen zeigen, dass Sie sorgfältig arbeiten wollen. Mit diesen einfachen Sätzen kommen Sie weit:

  • „Entschuldigung, können Sie mir das bitte zeigen?“
  • „Wie machen Sie das normalerweise?“
  • „Können Sie das bitte noch einmal langsamer sagen?“
  • „Ist das so in Ordnung für Sie?“

An wen Sie sich wenden können

  • Bei Fragen zum Alltag: die Angehörigen oder die Kontaktperson im Haushalt.
  • Bei Unklarheiten zu Ihrer Tätigkeit, Ihrer Bezahlung oder Ihrem Vertrag: Ihre Vermittlungsagentur.
  • Bei Fragen zur Gesundheit der betreuten Person: medizinisches Fachpersonal, zum Beispiel die Hausärztin oder der Hausarzt.
  • In einem Notfall: sofort den Notruf 112 wählen.

Geben Sie sich und der Familie Zeit. Nach den ersten Tagen wird vieles vertrauter, und die Abläufe werden zur Routine.

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