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Der Arbeitsalltag · 5 Min. Lesezeit

Respektvoll miteinander: Privatsphäre und Selbstbestimmung

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Wie Sie die Würde und die Entscheidungen älterer Menschen achten: im Ton, bei der Privatsphäre und im Umgang mit Vertraulichem.

Für einen Menschen, der Hilfe braucht, ist es nicht leicht, eine fremde Person in der eigenen Wohnung zu haben. Respekt ist deshalb die Grundlage jeder guten Betreuung. Er zeigt sich in vielen kleinen Dingen, vom Tonfall bis zur geschlossenen Tür.

Die Würde bewahren

Auch wenn jemand Hilfe beim Waschen, Anziehen oder Essen braucht, bleibt er oder sie ein erwachsener Mensch mit einem langen Leben. Sprechen Sie darum nie über die Person, als wäre sie nicht im Raum, und vermeiden Sie eine Sprache wie gegenüber einem Kind.

  • Sprechen Sie die Person mit Namen an, so wie sie es wünscht.
  • Schauen Sie ihr beim Sprechen ins Gesicht, auf Augenhöhe.
  • Decken Sie bei der Körperpflege nur das auf, was gerade nötig ist.
  • Fragen Sie vor jeder Handlung, was Sie tun möchten, und erklären Sie es in einfachen Worten.

Entscheidungen der Person respektieren

Selbstbestimmung bedeutet: Die Person entscheidet über ihr Leben, solange sie kann. Das gilt auch für Kleinigkeiten, zum Beispiel was sie anziehen oder essen möchte, wann sie aufsteht oder wen sie sehen will. Bieten Sie Auswahl an, statt Anweisungen zu geben.

  • „Möchten Sie heute den blauen oder den grauen Pullover?“ statt „Ich ziehe Ihnen den Pullover an.“
  • „Möchten Sie jetzt frühstücken oder später?“ statt „Jetzt wird gefrühstückt.“
  • Geben Sie der Person Zeit zum Antworten und drängeln Sie nicht.

Wenn Ihnen eine Entscheidung Sorgen macht, zum Beispiel weil sie ungesund scheint, sprechen Sie mit den Angehörigen oder dem medizinischen Fachpersonal. Entscheiden Sie nicht allein darüber.

Privatsphäre achten

  • Klopfen Sie an und warten Sie kurz, bevor Sie ein Zimmer betreten.
  • Lassen Sie der Person Zeit für sich, wenn sie allein sein möchte, solange es sicher ist.
  • Lesen Sie keine privaten Briefe, Notizen oder Nachrichten.
  • Fragen Sie, bevor Sie Dinge umräumen oder wegwerfen. Auch Kleinigkeiten haben oft eine Geschichte.

Der richtige Ton

Ihr Tonfall wirkt oft stärker als Ihre Worte. Sprechen Sie ruhig, deutlich und freundlich, auch wenn Sie etwas wiederholen müssen. Bitten Sie lieber, als zu fordern. Beginnen Sie Sätze mit „Darf ich …?“ oder „Möchten Sie …?“. Wenn die Person schlecht hört, sprechen Sie langsamer, nicht lauter.

Vertraulichkeit

Was Sie im Haushalt erfahren, gehört nicht nach außen. Dazu gehören Gesundheit, Finanzen, Familienangelegenheiten und Gewohnheiten.

  • Erzählen Sie anderen nichts über die Person oder ihre Familie, auch nicht in sozialen Netzwerken.
  • Besprechen Sie Persönliches nicht dort, wo andere mithören können.
  • Bei Fragen zur Gesundheit wenden Sie sich an die Angehörigen oder an medizinisches Fachpersonal.

Wenn es einmal schwierig wird

Es gibt Tage, an denen jemand sich verweigert, ungeduldig oder traurig ist. Bleiben Sie dann ruhig, nehmen Sie es nicht persönlich und diskutieren Sie nicht. Oft hilft eine Pause oder ein neuer Versuch später. Sprechen Sie wiederholte Schwierigkeiten mit den Angehörigen oder Ihrer Ansprechperson an. Bei plötzlicher Verschlechterung, Verletzung oder Gefahr rufen Sie sofort den Notruf 112.

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